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Grundsätzliches
zum HiFi und High-End Tuning:
Es gibt heute ein nicht mehr überschaubares Angebot an Tuning-Artikeln,
die den Klang verändern. Klangveränderungen lassen sich
schwer objektiv bewerten. Meistens überzeugen sie nur kurze
Zeit, weil neue Klangeindrücke die Aufmerksamkeit erhöhen
und den Reiz des Neuen bieten. Dauerhaften Hörgenuss garantieren
letztlich nur Maßnahmen, welche die Wiedergabe fehlerfreier
machen. Gute High-End- und HiFi-Anlagen sind heute nahezu
fehlerfrei, werden jedoch unter schlechten Arbeitsbedingungen
betrieben, denn sie stehen in der Regel in ihrem eigenen
Schallfeld. Fußböden, Wände, Möbel usw. und die gesamte
Anlage selbst, werden in Schwingungen versetzt, die eine
perfekte Wiedergabe erheblich stören. Raumdarstellung, dynamische
Differenzierung und Abbildungspräzision werden beeinträchtigt.
Lautes oder längeres Hören nervt dann, man wehrt sich, indem
man unbewusst “dicht macht“. Musik von Platten und CD´s
klingen fehlerfrei wiedergegeben traumhaft gut. Details
und Klangfarben einzelner Instrumente werden zum angenehmen
Genuss. Es lohnt sich zu experimentieren und zu optimieren!
Grundsätzlich sind Tuning-Maßnahmen vernünftig, die die
Ursachen von Klangverlusten bekämpfen und nicht an den Symptomen
herumdoktern - also nur Schönfärbversuche sind. Konzentrieren
Sie sich deshalb zunächst auf die zwei wesentlichsten Ursachen,
die das Klangniveau Ihrer Anlage beeinflussen: 1. Auf die
Minimierung von Vibrationen und Resonanzen in allen Anlagenkomponenten.
2. Auf eine optimale Platzierung der Lautsprecher und eine
gute Raumakustik Die Dämpfung und Beseitigung “harter Vibrationen“
führt immer zu einem erheblichen Klanggewinn. Es gibt keine
High-End oder HiFi-Geräte, die durch Vibrationen besser
klingen. Leider lassen sich Vibrationen durch Mikrofonie
nie ganz beseitigen, es sei denn, Sie hören mit Kopfhörern!
Damit haben Sie die erste Möglichkeit zu beurteilen, wie
viel Klangpotential Sie verschenken. Vergleichen Sie den
Klang über Lautsprecher mit der Wiedergabe über einen adäquaten
Kopfhörer. Bevor Sie an neue Lautsprecher denken sollten
Sie jedoch den Vibrationen in Ihrer Anlage zu Leibe rücken.
Es gibt viele Möglichkeiten diesen "Klangkiller" zu minimieren
- aber dazu später mehr. Die zweite Beurteilungsmöglichkeit
liegt in der messtechnischen Erfassung von Vibrationen und
Resonanzen. Dafür gibt es erstmalig ein preiswertes Messgerät,
den Vib-Master. Mit dem Vib-Master für 198,- DM bekommen
Sie Einblick in die sonst unsichtbare Welt der Schwingungen
und werden in die Lage versetzt Tuning-Artikel und Dämpfungsmaßnahmen
zu beurteilen. Viele Maßnahmen die logisch und plausibel
erscheinen "gehen nach hinten los". Hier sei besonders vor
den schleichenden Veränderungen elastischer Materialien
oder der Verschiebung oder Verstärkung von Resonanzen bei
harter Ankoppelung von Geräten und Lautsprechern gewarnt.
Was neu, anders und vermeintlich besser klingt führt häufig
in die falsche Richtung. Testen Sie lieber objektiv - bevor
Sie in die nächste “Sackgasse“ laufen! Nur so ersparen Sie
sich kostspielige Erfahrungen und kommen dem Ziel angenehmer
und natürlicher Wiedergabe wirklich näher. Bringt Tuning
denn noch etwas, wenn ich eine gute Anlage von einem renommierten
Hersteller besitze, die sehr gut klingt? Ja immer, weil
mit zunehmender Wiedergabegüte leider auch Fehler hörbar
werden, die vorher nicht auffallen. Zum Beispiel stören
Vibrationen das Zeitverhalten bei der Wiedergabe. Das menschliche
Ohr reagiert extrem empfindlich auf zeitliche Verschiebungen
im Klang, die das natürliche Raumempfinden sofort beeinträchtigen.
Die Orientierung im Raum erfolgt ja durch unterschiedliche
Laufzeitdifferenzen zwischen Klangquelle und den beiden
Ohren. Das menschliche Gehirn ermittelt aus diesen unvorstellbar
kleinen Laufzeitunterschieden von wo Geräusche kommen. Das
Auslesen einer CD, das Nachfahren einer Plattenrille, die
Auslenkung einer Lautsprechermembran und das Induktionsverhalten
elektronischer Bauteile wird durch Vibrationen zeitlich
gestört. Dies muss so weit wie möglich unterbunden werden,
wenn das Klangpotential von Anlagen genutzt werden soll.
Was kann ich tun? 1. Einen möglichst vibrationsarmen Stellplatz
für alle Anlagenkomponenten suchen. Aus schwingungstechnischer
Sicht sind Fensterbretter auf massiven Außenwänden und Wandkonsolen
an massiven Wänden optimal. Fußböden vibrieren infolge Mikrofonie
sehr stark (Test: Baß mit höherer Lautstärke abspielen,
Vib-Master). 2. Stellplätze verbessern, durch den Einsatz
von Masse, z. B. durch Marmor- oder Steinplatten unter oder
auf den Geräten (Vorsicht, höhere Masse verschiebt Vibrationen
und Resonanzen zu tieferen Frequenzen hin, Energie bleibt
erhalten, sehr hohe Gewichte erforderlich!) 3. Geräte dämpfen
durch selbstklebende Bitumenmatten oder durch Bleigewichte
(z. B. Auswuchtblei aus dem Reifenhandel). Geräteeigenschwingungen
aus Trafos oder Motoren durch bekleben von Bauteilen Platinen
minimieren (unbedingt Sicherheitsvorschriften beachten!!!).
4. Lautsprecher lassen sich hervorragend verbessern durch
Bekleben oder Verstärken vibrierender Wandungen (Klopftest).
Innen durch Bitumen, außen durch Aufleimen und Anschrauben
von dickeren Platten, z. B. 20 mm Birkensperrholz, das sich
sehr leicht bearbeiten lässt und gut aussehen kann. Dünne
Rückwände mit dicken MDF-Platten verstärken. Chassis können
durch Ankneten von Kinderknetmasse auf die Korbstege beruhigt
werden. Erhebliche Verbesserungen sind bei den Weichen möglich.
Vergossene oder verbackene Luftspülen und gute Kondensatoren
“wirken oft Wunder“. Da wird selbst bei hochwertigen Boxen
noch gespart. 5. Ankoppeln aller Komponenten mit Spikes.
Führt nur zu Klangverbesserungen, wenn an absolut massive
Bauteile z. B. Betondecken ohne schwimmenden Estrich oder
dicke massive Wände angekoppelt werden kann. Die Mikrofonieanfälligkeit
sollte, wenn nicht bereits fühlbar, messtechnisch objektiv
überprüft werden. Der Klangeindruck erscheint oft “agiler
und frischer“ aber nicht so angenehm und “sauber“, häufig
unruhiger und “dünner“, wenn der Untergrund durch Mikrofonie
angeregt ist. 6. Entkoppeln aller Komponenten. Am besten
sind String - Systeme, die langzeitstabil sind. Ohne Einstellmöglichkeit
ist jedoch keine optimale Dämpfung und keine Langzeitwirkung
gewährleistet. Elastische Pucks verformen sich im Laufe
der Zeit und verlieren ihre anfänglich guten Eigenschaften
meist schnell. Optimal: Schwebende Lagerung durch sich abstoßende
Magnete und quasi schwebende, justierbare CD - STR Dämpfungstechnik
(Test durch Vib-Master oder siehe Audio Messprotokolle Heft
9/97). Zur Raumakustik habe ich leider keine so einfachen
Tipps. Die Raumakustik ist aber mit Sicherheit ein weiterer
wesentlicher “Klangkiller“, dem große Aufmerksamkeit gewidmet
werden sollte. Neuere digitale Korrekturmöglichkeiten belegen
dies. Gute Erfahrung habe ich mit dem Computer - Raumakustikprogramm
cara Rel. 1.11 von der ETS ELAC GmbH ( rd. 50,- DM) gemacht.
Tiefere Raumresonanzen lassen sich durch Bassfallen (Helmholzresonatoren
aus Kunststoffrohren) beseitigen. Klangverbesserungen durch
die vorstehenden Tipps und Tricks addieren sich bei richtigem
Einsatz in der Regel zu einem begeisternden Ergebnis. Es
macht Spaß und lohnt sich bei geringfügiger Investition
zu experimentieren und dadurch alle Programmquellen bis
hin zur ältesten Schallplatte neu genießen zu können.
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